Jodellehrerin – Vita

Wie kam Barbara zum Jodeln?

Das war ganz unspektakulär. Mir wurde bereits als kleines Kind beim Autofahren schlecht. Meine Eltern hatten dann die Idee, die Fenster herunter zu kurbeln und laut zu singen. Das brachte frische Luft, Ablenkung und zusätzlich lernte ich im Laufe der Zeit eine Menge Lieder von meiner Mutter. Natürlich kamen dann auch die Jodler hinzu, die sie in ihrer aktiven Zeit auf den Bühnen Deutschlands und Südamerikas gesungen hatte. Als junge Erwachsene trat ich in ihre Fußstapfen.

Wie kam es zu den Jodelkursen?

Das ist mir buchstäblich „zugefallen“. Ich habe nach vielen „jodel-losen“ Jahren ein Video entdeckt, auf dem jemand einen Jodelkurs vorstellte. Ich schaute mir das an und dachte mir: „Ich würde das ganz anders machen!“
Ich habe eine Unterseite mit Jodelkursen erstellt, Termine gemacht und abgewartet. Innerhalb ganz kurzer Zeit kamen viele Anfragen. Und dabei ist es geblieben 🙂

Was gefällt Dir selbst am meisten an den Kursen?

Die fühlbare Veränderung meiner Kursteilnehmer. Viele sind erst noch schüchtern und wissen nicht, was sie erwartet. Wenn wir uns dann am Nachmittag verabschieden, hat sich immer alles gewandelt. Sie wirken dann offener, herzlicher, fröhlicher. Adressen werden ausgetauscht, Melodien summen durch den Raum, jeder hat eine andere im Kopf, oft gehen die Leute in Gruppen hinaus und singen noch, wenn sie ins Auto steigen. Das liebe ich.

Vita – der musikalische Lebenslauf von Barbara Lexa

Barbara Lexa wurde im Februar 1967 geboren und wuchs in der oberbayerischen Kleinstadt Wolfratshausen auf, wo sie noch heute mit ihren zwei Kindern lebt.

Als Neunjährige begann sie mit dem Gitarre-Unterricht, mit elf Jahren kam das Klavier hinzu. Bereits in der dritten Klasse komponierte Barbara die ersten eigenen Lieder.

Mutter war die beste Jodel-Lehrerin

resi-barbara-76Mit ihrer Mutter Therese, unter dem Namen “Mayer Reserl” in den 1950ger und 1960ger Jahren als Musikantin, Jodlerin und Volksschauspielerin bekannt, trat Barbara schon bald bei Vereinsfeiern und Geburtstagsfeiern auf. Die beiden sangen im Duett und jodelten mit Herzblut. Auf der LP “Wolfratshausen wie es singt und klingt”, welche 1981 herauskam, ist Barbara Lexa als Zwölfjährige im Duett jodelnd mit der Mutter vertreten.

Als Barbara Lexa 14 war, wurde über einen Lehrer in der Realschule Wolfratshausen eine Stubenmusik gegründet, in der sie die bayerische Begleitgitarre spielte. Nach erfolgreichen sechs Jahren mit Weihnachts-, Geburtstagsfeiern,  und Hoagarten bei Gitarre, Hackbrett und Zither löste sich die “Krautleffe-Musi” 1987 auf.

Professionelle Jodlerin

Danach stieg Barbara 1988 mit E-Bass und Keyboard ins ”Edelweiß-Trio” ein. 1993 entschloss sich Barbara zur ersten CD-Aufnahme.Edelweißtrio 1988

Bei ihren Auslandsauftritten als Jodlerin im Hofbräuhaus Tokio/Japan, beim Oktoberfest in Blumenau/Brasilien und beim Oktoberfest in Dubai/Oman überzeugte sie das Publikum von ihrem Können. Mit dem von ihr selbst komponierten und getexteten Lied “Mei Wolfratshausen” errang die Künstlerin 1993 den ersten Platz der Hitparade auf Radio Alpenwelle.

1994 löste sich das “Edelweiß-Trio” auf und Barbara gründete das “Duo Aquarius”, das die Tanz- und Unterhaltungsmusik des Trios bis 2000 fortsetzte. Beruflich war sie vier Jahre lang als Holzbrandmalerin in München tätig.

Musikalische Botschafterin der bairischen Mundart

2001 startete die Künstlerin eine Solo-Karriere mit ihrem ersten Programm “Beherzt – Bedächtig – Boarisch”, dessen Premiere 2001 in Wolfratshausen stattfand. Es war von sozial- und zeitkritischen Texten in bairischer Mundart geprägt. Die Künstlerin begleitete sich mit der Gitarre.

Barbara Lexa-2004In den darauffolgenden Jahren hatte Barbara Lexa zahlreiche Auftritte mit namhaften Künstlern. Darunter waren keine geringeren als der Liedermacher Peter Horton (Nürnberg-Fürth, 2004), der Schauspieler Winfried Frey (München-Trudering, Verleihung der Tassilo-Medaille an den Regisseur Franz-Xaver Bogner 2005) und die isländische Rockgruppe Studmenn (Nationaltheater Rejkjavik in Island, 2002). Es entstand eine eigene Dialektreihe mit dem Dialektologen Prof. Dr. Zehetner. Sie hieß LEX-LEX (Die Liedermacherin Barbara LEXa und der LEXikonschreiber Professor Zehetner) und war von 2006/2007 ein großer Erfolg in ganz Bayern.

Das „Oa-Frau-Programm“ ging inzwischen in die dritte Runde. 2005 hieß es “1,2,3 – Dialekt-Hexerei!” Barbara hatte ihr Instrumentarium erweitert und spielte bei ihren Konzerten nicht mehr ausschließlich Gitarre, sondern auch Klavier und Steirische Harmonika. Bereits ein Jahr später erschien zum fünfjährigen Jubiläum des Solo-Programms die Jubiläums-CD “Barbara Lexa live 2006″, auf der deutlich wird, dass das Programm nun alle sozialkritischen Elemente in humorvolle Wort- und Sprachspielereien getauscht hatte.

Für das CD-Kinder-Hörspiel “Grummewugg und Regnwurmdregg” in der Schratzlwerkstatt schrieb Barbara Lexa alle Liedtexte und komponierte dem Waldschratzl Poldi die Lieder im Polka-, Rap- Country- und Volksliedstil auf den Leib. Als Sprecher konnte Markus Tremmel vom Bayerischen Rundfunk gewonnen werden. Zusätzlich brachte Barbara Lexa ihr erstes Liedtextbuch mit CD unter dem Titel “Melodisch, Magisch, Mundart!” heraus.

2007 erlangte Barbara beim “Wolfratshauser Bavarian Music Award” den 1. Platz, welchem 2008 der 2. Platz beim Geretsrieder Liedermacherfestival folgte.

Musik-Kabarett mit Jodlern garniert

Im Oktober 2008 wurde die Solo-Karriere Barbaras erst einmal beendet, es entstand ein neues Duo-Programm mit dem aus Ingolstadt stammenden Akkordeonisten, Sänger und Autoren Rupert Frank. Die Premiere “Ansichten ohne Aussicht auf Durchblick” fand bei ausverkauftem Haus in Berg/Eurasburg statt. Mit rasanten Zungenbrechern, raffinierten Wortspielen, vielseitigen Arrangements und humorvollen Reimen begeisterten die beiden Künstler das Publikum.

Bereits 2009 hatte ”MundARTissimo”, wie sich die beiden fortan nannten, den ersten Fernsehauftritt im BR, dem viele weitere folgten. Seit 2011 gibt es von Barbara Lexa und Rupert Frank auch zwei Bände “Märchen auf Boarisch” und sie belegten 2013 beim Stockstadter Liedermacherfestival den ersten Platz.  spontanchor-mai-16
Der letzte MundARTissimo-Auftritt fand im Sommer 2014 statt.

Jodelkurse gab es bereits seit 2012, zwei Jahre später entstanden die ersten Jodelmantras, und 2016 folgten dann weitere Mantras auf Boarisch.
Die schönsten 30 Titel davon wurden u.a. am 18. Mai mit einem spontan zusammengestellten Chor für CD eingesungen und erscheinen im August 2016 im Barbara Lexa Verlag.

Beinahe jeden zweiten Montag im Monat gibt es ein offenes Singen mit Mantras auf Boarisch mit Barbara Lexa, den so genannten Mantra-Hoagarten.